AAA/Triple A

Unter Triple A oder AAA wird die beste Einstufung der Bonität verstanden; diese Einstufung vergeben Banken oder internationale Ratingagenturen (bspw. Fitch, Moody´s, Standard & Poor´s oder DBRS) an große Unternehmen sowie Staaten. Das schlechteste Ranking ist das “D” für default, sprich zahlungsunfähig.

Je niedriger ein Unternehmen oder Staat eingestuft wird, desto schlechtere Konditionen bei der Kreditaufnahme werden eingeräumt.

Deutschland konnte bisher seine Bestnote “”AAA” behaupten, Griechenland hingegen steht kurz vor dem “D”.

(siehe auch “Ratingcode” auf Wikipedia.org)

 

Austerität

Es ist umstritten, ob die Austerität oder Ausgabendisziplin in Form des Sparens dazu geeignet ist, eine Krise zu meistern.

Ziel ist es, sich einen ausgeglichenen Haushalt zu “ersparen”, was allerdings nicht ohne Folgen bleibt. Der Staat besitzt dabei einfach zu wenig Geld für das Notwendigste, so dass das Wirtschaftswachstum wie bspw. in Griechenland einbricht.

(siehe auch “Austerität” auf Wikipedia.org)

 

Bonität

Bonität bedeutet, dass ein Staat, ein Unternehmen oder eine Privatperson “flüssig” ist; d.h., der Geldverleiher kann sich relativ sicher sein, dass er sein Geld auch wieder zurück erhält (siehe oben AAA vs. D).

(siehe auch “Bonität” auf Wikipedia.org)

 

EFSF

EFSF bedeutet Europäische Finanzstabilisierungsfazilität mit Sitz in Luxemburg. Der EFSF ist ein vorläufiger finanzieller Stabilisierungsmechanismus, der seit August 2010 seinen Dienst tat – und ab Juli 2013 vom ESM abgelöst wurde (s.u.).

Im EFSF waren zunächst Garantien in Höhe von 450 Milliarden Euro vorgesehen, am Ende waren es sogar gigantische 750 Milliaren Euro!

Nutznießer der Kreditvergabe sind u.a. Griechenland, Irland und Portugal; weitere Staaten wie Spanien sowie Zypern werden folgen – ein Ende ist nicht abzusehen.

(siehe auch “EFSE” auf Wikipedia.org)

 

ESM

ESM steht für Europäischer Stabilitätsmechanismus und soll den EFSF ab Juli 2013 ablösen.

Der ESM ist eine internationale Finanzinstitution, die ihren Sitz in Luxemburg besitzt. Ziel des ESM ist es, Europa finanziell zu stabilisieren und zwar mit Hilfe von Garantien in Höhe von über 700 Milliaren Euro, inkl. einer Kapitaleinlage von über 80 Milliarden Euro – und ist somit Teil des “Euro-Rettungsschirms” (siehe unten).

(siehe auch “Europäischer Stabilitätsmechanismus” auf Wikipedia.org)

 

Euro

Unter dem Euro wird die Währung innerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EU) verstanden. Der Euro wird von der Europäischen Zentralbank in den Geldverkehr gebracht und dienst als gemeinsame offizielle Währung in 17 EU-Mitgliedstaaten; hinzu kommen noch sechs weitere Staaten in Europa, woraus insgesamt die Eurozone entstanden ist.

(siehe auch “Euro” auf Wikipedia.org)

 

Eurobonds

Eurobonds bedeutet, dass die europäischen Staaten gemeinsam auf dem Kapitalmarkt Schulden zu guten Bedingungen aufnehmen können. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass Staaten mit guter Bonität weniger Zinsen, Staaten mit schlechter Bonität mehr Zinsen zahlen müssen (wie bspw. Griechenland). Die Euro-Staaten haften somit gemeinschaftlich für ihre Schulden sowie deren Rückzahlung.

Dieses Verfahren ist heftig umstritten, zumal Deutschland sich vehement dagegen sträubt, andere Staaten hingegen wie Frankreich beführworten diese Vorgehensweise – verständlicherweise (aus ihrer nationalen Sicht)!

(siehe auch “EU-Anleihe” auf Wikipedia.org)

 

Euro-Rettungsschirm

Unter dem Euro-Rettungsschirm werden alle Maßnahmen der Europäischen Union verstanden, die dazu führen, dass der Euro stabil bleibt.

(siehe auch “Euro-Rettungsschirm” auf Wikipedia.org)

 

EZB

EZB steht für Europäische Zentralbank; sie wurde am 1. Juni 1998 gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt/Main. Ihr Präsident ist aktuell Mario Draghi.

Aufgabe der EZB ist es, den Euro möglichst stabil zu halten – mit Hilfe der nationalen Zentralbanken (NZB). Die EZB und die NZB bilden das System der europäischen Zentralbanken (ESZB).

Ihre Aufgabe führt die EZB u.a. dahingehend durch, dass sie Staatsanleihen der Länder kauft, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Allerdings ist diese Vorgehensweise nicht immer von Erfolg gekrönt, so dass die EZB die gekauften Staatsanleihen teilweise abschreiben musste.

(siehe auch “Europäische Zentralbank” auf Wikipedia.org)

 

Fiskalpakt

Der Europäische Fiskalpakt soll dafür sorgen, dass die Eurostaaten ihr Handeln noch besser untereinander abstimmen, auch in der Fiskalpolitik. Konkret, das Wirtschaftswachstum soll mit Hilfe der Staatseinnahmen und -ausgaben angekurbelt und stabil gehalten werden, zumindest theoretisch (siehe unten Schuldenbremse).

(siehe auch “Europäische Fiskalpakt” auf Wikipedia.org)

 

Haircut

Der sogenannte “harte” Haircut bedeutet, dass Schulden einzelner Staaten ganz oder teilweise erlassen werden. Die entstandenen Kosten tragen hierbei die privaten oder staatlichen Kreditgeber auf der ganzen Welt. Die Gläubiger Griechenlands mussten bspw. auf 100 Milliarden Euro verzichten.

Beim “weichen” Haircut erhält der Schuldner zunächst einen Zeitaufschub, um seine Schulden wie auch immer zu begleichen.

(siehe auch “Umschuldung bei Staaten” auf Wikipedia.org)

 

IWF

IWF steht für Internationaler Währungsfonds, der seit 1944 besteht.

Seine Aufgabe liegt darin, die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik zu fördern, den Welthandel anzukurbeln, die Wechselkurse stabil zu halten, die Geldpolitik zu überwachen und Kredite zu vergeben; dieser Punkt gewann in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung.

(siehe auch “Internationaler Währungsfonds” auf Wikipedia.org)

 

Leerverkäufe

Vorab, Leerverkäufe finden u.a. im Bank- und Finanzwesen statt. Bei Leerverkäufen leiht sich ein Spekulant Waren, Devisen oder Wertpapiere etc., die er derzeit aber gar nicht besitzt. Das, was der Spekulant sich geliehen hat, versucht er auf dem Markt zu verkaufen, mit möglichst hohem Gewinn. Sinkt der Kurs, kauft der Spekulant das “Leihgut” möglichst günstig auf. Die daraus resultierende Differenz ist der Gewinn des Spekulanten.

Absolut kritisch wird es, wenn dem Spekulanten das veräußerte Gut nicht einmal gehört oder er es sogar gar nicht einmal geliehen hat (“ungedeckte” Leerkäufe).

Vor allem die letzte Variante kann zu einer extremen Kursschwankung an der Börse führen, zum Nachteil (fast) aller!!

(siehe auch “Leerverkäufe” auf Wikipedia.org)

 

Ratingagenturen

Ratingagenturen, reine private und gewinnorientierte Unternehmen, bewerten u.a. die Bonität (Kreditwürdigkeit) von Unternehmen und Staaten. Diese Bewertung, sei es AAA oder D ist entscheidend für die Höhe der zu zahlenden Zinsen bei einer Kreditaufnahme (siehe oben Punkt AAA/Triple A).

Alle Ratingagenturen müssen, bevor sie ihre Arbeit aufnehmen können, von der europäischen Wertpapieraufsicht sowie den Behörden der EU-Staaten anerkannt werden. Sollte eine Ratingagentur schwerwiegende Fehler gegen EU-Recht begehen, droht deren Lizenzentzug.

(siehe auch “Ratingagenturen” auf Wikipedia.org)

 

Schuldenbremse

Sehr vereinfacht formuliert, überschreitet die jährliche Neuverschuldung 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) oder deren Gesamtschuldenquote, sind die betroffenen Staaten dazu gezwungen, der EU-Kommission sowie dem Europäischen Rat Pläne zum Abbau der Schulden vorzulegen; diese Pläne müssen dann von der EU-Kommission und dem Europäischen Rat entsprechend genehmigt werden. Zusätzlich können verschuldete Staaten ihre Bonitätsstufe (siehe oben “AAA”) verlieren, theoretisch. Praktisch gesehen wird dieses Instrument, niedergeschrieben im Maastricht-Vertrag, extrem locker gehandhabt:

Bspw. Deutschland ist bereits verwarnt worden, verschuldet sich aber weiterhin; trotzdem bleibt die AAA-Einstufung erhalten; andere Konsequenzen gibt es bisher unverständlicherweise ebenfalls nicht!

(siehe auch “Schuldenbremse” auf Wikipedia.org)

 

Staatsanleihe

Der Staat gibt unterschiedliche Wertpapierarten, sogenannte Staatsanleihen, an Anleger aus, um sich so “frisches” Geld zu besorgen, mit verschiedenen Laufzeiten.

Die Anleger erhalten im Gegenzug für das an den Staat verliehene Geld entsprechende Zinsen.

In Zeiten der Eurokrise gerät diese früher sichere und einträgliche Anlagemöglichkeit ins Wanken. Würden Sie sich derzeit beispielsweise Staatsanleihen Griechenlands kaufen, wenn Sie eine sichere und risikolose Geldanlage suchen?

(siehe auch “Staatsanleihe” auf Wikipedia.org)

 

TARGET

TARGET bedeutet frei aus dem englischen übersetzt so viel wie Transeuropäisches automatisches Echtzeit-Brutto-Express-Abwicklungssystem.

TARGET 1 stellt sicher, dass Überweisungen innerhalb der Eurozone in weniger Minuten ihr Ziel erreichen.

Mit TARGET 2 sollen die nationalen Banken sowie die EZB eine Währungspolitik in Gang setzen, indem Liquiditäten eingeführt oder entfernt werden.

Aufgrund des schwierigen aber bedeutenden/essentiellen Themengebietes empfehlen wir Ihnen, sich das gut recherchierte Video von Prof. Sinn über 9:32 Min. anzusehen, es lohnt sich!

TARGET 2 Kredite jetzt 800 Mrd. Euro (Steuerzahler Prof. Sinn), Stand: 19.07.2012

(siehe auch “TARGET” auf Wikipedia.org)

(siehe auch “TARGET2” auf Wikipedia.org)

 

Transferunion

Der Begriff Transferunion besagt, dass verschuldete Staaten auf Geldzahlungen reicher Staaten zurückgreifen können, um so ihre Schulden in den Griff zu bekommen – als dauerhafte sowie direkte Zahlung. Solch eine generelle Transferunion ist aber heftig umstritten!

Allerdings sind bereits Ansätze einer Transferunion erkennbar (siehe bspw. Eurobonds).

(siehe auch “Transferunion” auf Wikipedia.org)

 

Troika

Die Troika, das “Dreigespann”, bedeutet, dass eine Abstimmung zwischen der EU-Kommission, der Europäischer Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds stattfindet.

Bspw. bei der Geldvergabe an Griechenland findet die Troika ihren Einsatz.

(siehe auch “Troika” auf Wikipedia.org)