Ramadan – ein echtes Problem für unsere Schulen

An diesem Mittwoch begann für gläubige Muslime der Fastenmonat Ramadan. Die Zeit steht für Besinnung, Gebete und Fasten.
Immer häufiger ist aber von einer Gesundheitsgefährdung fastender Kindern die Rede, von Nötigung und nichterfüllten Pflichten. Betroffen sind vor allem die Schüler an allen Schulen, die über eine nennenswerte Schülerschaft mit Migrationshintergrund verfügen – und das sind inzwischen sehr viele –, hier sei das Verhalten im Ramadan zu einem zentralen Thema und auch Problem geworden.
So werde teilweise starker Druck der muslimischen Elternschaft auf die Schulleitungen ausgeübt, in dieser Zeit keine Prüfungen oder Exkursionen anzusetzen.
Schwierig werde es vor allem dann, wenn die religiöse Belange einzelner Schüler alle einschränkten. “Die Rücksichtnahme wird etwa dadurch erkauft, dass sich Prüfungen für alle Schüler in einem bestimmten Zeitraum massieren. Das geht nicht“, sagte Meindicker (Präsident des Deutschen Lehrrerverbandes). “Und wir diskutieren ständig darüber, ob Schülerinnen Kopftuch tragen dürfen“. Dabei seien die Fragen, die das Fasten aufwirft, für den Unterricht viel entscheidender. In diesen Jahr ist das Problem besonders virulent. Denn dieser Tage beginnt nicht nur der Ramadan; nach Pfingsten sehen sich Deutschlands Schüler mit einer letzten großen Prüfungswelle konfrontiert.
Abiturienten haben teilweise noch schriftliche, fast immer noch die mündlichen Prüfungen vor sich. Nun wochenlang auf Prüfungen zu verzichten, ist schlicht nicht möglich. Für die fastenden Schüler ist das hart, gerade für jene, die das Fastengebot so ernst nehmen, dass sie tagsüber auch nicht trinken. Zwar müssen Grundschulkinder nicht fasten, und sie sollten es auch nicht, sagt der VBG Vorsitzender Udo Beckmann. Über lange Zeit keine Nahrung zu sich zu nehmen und nicht zu trinken, könne das körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen. Auch die Konzentrationsfähigkeit und die Schulleistungen seien stark beeinträchtigt. Tatsächlich fasten längst auch Grundschüler. Zwar heißt es in den islamischen Quellen, dass Jugendliche erst ab der Pubertät zur Einhaltung der Gebote verpflichtet seien. Doch es scheint, als wollten sie den Großen nacheifern.