Einseitig oder Einfältig?

An diesem Wochenende veranstaltete der deutsche Profifußball auf Initiative der DFL Stiftung einen ligaweiten Aktionsspieltag unter dem Motto “Strich durch Vorurteile”.

Diese Initiative kann ich als Fan und Kommunalpolitiker, voll unterstützen.

Wie komme ich nun auf meine Überschrift „Einseitig oder Einfältig“?

Seit 1971 verfolge ich als Fan vom DSC Arminia Bielefeld das Geschehen im Fußball. Schon zu dieser Zeit gab es Spieler aus anderen Ländern und nicht wirklich hatte die Mehrheit der Fans Probleme mit diesen Menschen. Verbale Ausrutscher kamen vor, nur hielt es sich in Grenzen.  Größter Aufreger war wohl das Spiel des FC Bayern München gegen Besiktas Istanbul , 1997 im Münchner Olympiastadion, wo Anhänger des FCB  zur Begrüßung der Türkischen Spieler und  Fans Einkaufstüten von Aldi hochhielten. Da wurden die Fans des FCB von allen Seiten „abgewatscht“ und das war richtig so. Nachahmen von Affengeräuschen und Bananenwürfe, waren einige Zeit sogar an der Tagesordnung. All das hat und hatte mit Fankultur wenig zu tun. Es kommt sogar heute noch vereinzelt vor. Diesem entgegen zu wirken ist eine vernünftige Maßnahme.

Es ist jetzt das dritte Mal, das man solche eine Aktion durchführte, nur dieses Mal empfinde ich es als sehr einseitig. Einseitig deshalb, weil man sich nur auf die Diskriminierung von ausländischen Menschen schaut.

Diskriminierung beschränkt sich nicht nur auf diese eine Art.

Wer die Rechte von Frauen nicht anerkennt, betreibt auch Diskriminierung.

Wer als Gast kommt und die Gastgebende Kultur verabscheut, betreibt auch Diskriminierung.

Wer das vom Grundgesetzt verbriefte Recht auf Meinungsfreiheit einschränkt, betreibt auch Diskriminierung.
Ein Präsident eines Bundesliga Sportclubs der sich hinstellt und alle AfD-Wähler ausschließen will und gleichzeitig diese Initiative unterstützt, der hat überhaupt nicht begriffen was Diskriminierung bedeutet

Es gibt noch einige Beispiele und deshalb meine ich, dass diese Initiative zwar eine gute, aber nur eine einseitige und auch einfältige Veranstaltung ist.

Einfältig deshalb, weil man sich nur auf Diskriminierung von deutschen Bürgern gegenüber Ausländern beruft.

Wo bleibt die Solidarität  mit den Opfern von Vergewaltigung, Gewalt und Mord?

Warum haben eigentlich Profisportler auch und gerade im Fußball Angst davor, sich als Homosexuelle zu outen?

Liebe Verantwortliche der DFL, die Bundesliga hat ein Umsatzvolumen von mehr als 4 Milliarden Euro. Ich wünsche mir das etwas mehr an Zeit und Geld für solche Initiativen investiert wird, besser durchdacht und nicht nur eine einseitige Kampagne gegen Diskriminierung von Deutschen  gegenüber Ausländern.

Schon immer verbindet Sport und gerade Fußball die Nationen der Welt, wenn ihr schon politisch werdet, macht es demnächst doch besser und gerechter.

 

Hier der Link zu dieser Aktion

https://www.bundesliga.com/de/bundesliga/videos/strich-durch-vorurteile-initiative-dfl-stiftung-gegen-diskriminierung-2.jsp

 

 

Andreas Ettrich

Stv. Vorsitzender Kreisverband Fri-Whv-Wtm

Mitglied im Samtgemeinderat Esens